Sicherheit im Autourlaub - Wie Sie sich und Ihr Fahrzeug schützen können

Der ÖAMTC warnt seit kurzem vor Trickbetrügern im Autourlaub: Immer mehr Urlauber werden Opfer der Tricks besonders hinterlistiger Diebe. Wir erklären diese Tricks und wie Sie sich schützen können.
Marlene Dorn 26. Juli 2018
Quelle: ÖAMTC

Vor allem in den von Österreichern beliebten Urlaubszielen Kroatien und Italien kommt es in letzter Zeit vermehrt zu Vorfällen, in denen Urlauber auf Straßen und Autobahnen bestohlen werden. Dafür werden diese mittels eines Handzeichens auf die Seite der Straße gewunken: Angeblich hat man das Auto des Betrügers beschädigt. Alternativ kann der Trickbetrüger auch vorgeben, hilfreich sein zu wollen und informiert den Fahrer, dass sie selbst einen Autoschaden haben. Das Ergebnis ist allerdings dasselbe: Der Fahrer wird von seinem Auto weggelockt und dann wird das Fahrzeug und sein Lenker um alle Wertsachen erleichtert. Auch Dokumente wie Führerschein und Pass gehen dabei oft verloren.

Was können Sie dagegen tun?

Dokumente kopieren: Bevor Sie in den Urlaub fahren, sollten Sie sich Kopien aller wichtigen Dokumente anlegen, dazu gehören zum Beispiel Pass und Führerschein. Faustregel dafür ist: Kopieren Sie alle Dokumente, die Sie unbedingt brauchen um sich innerhalb des Landes zu bewegen und wieder Nachhause zu kommen (Ausnahme: Kreditkarten). Dafür können Sie Ihre Dokumente entweder physisch mit dem Kopierer duplizieren oder Sie nehmen ganz einfach ein Foto auf. Dieses sollten Sie dann aber zusätzlich in einem Cloud-Service (wie Dropbox, OneDrive, Google Drive etc.) ablegen, für den Fall, dass Ihnen Ihr Handy gestohlen wird.


Nehmen Sie dann Ihre echten physischen Dokumente nur aus dem Hotel/Appartement etc. mit, wenn es unbedingt nötig ist. So minimieren das Risiko eines Diebstahls. Falls dies dennoch passieren sollte, haben Sie eine Kopie Ihrer Dokumente vorzuweisen, die Sie den Behörden zeigen können.


Notfallnummern bereitlegen: Legen Sie sich vorab die Nummer der österreichischen Botschaft oder einer anderen österreichischen Vertretung im Urlaubsland bereit und tragen Sie diese immer bei sich (idealerweise mit zusätzlicher Kopie im Hotel und zwei Passfotos). Es ist ebenfalls eine gute Idee, die Telefonnummer zur Kartensperrung Ihrer Kredit- und Debitkarten dabeizuhaben, sowie die Nummer der Service-Hotline Ihres Netzanbieters. 


Sollten Sie die Sprache des Landes nicht sprechen, aber jemanden kennen, der dies tut, ist es auch ratsam, die Telefonnummer dieser Person mitzuführen. So kann die Verständigung mit den Behörden vereinfacht werden. Wer zusätzlich die Nummer einer Person seines Vertrauens bei sich hat, hat außerdem Zugang zu organisatorischer und emotionaler Unterstützung im Ernstfall.


Auch all diese Nummern lassen sich gut auf einem Cloud-Service speichern. Falls man sich aber dagegen entscheidet, sollte es allerdings kein Zettel sein, den man leicht verliert oder in einer Hosentasche vergisst.


Bleiben Sie skeptisch: Sollte Sie jemand zur Seite winken, ohne dass sie den Grund erkennen können, seien Sie auf jeden Fall vorsichtig. Lassen Sie Ihre Wertgegenstände nicht aus den Augen und gehen Sie auf keine Diskussionen ein. Wenn Sie nicht allein unterwegs sind, lassen Sie jemanden auf das Auto aufpassen.


Andere Vorsichtsmaßnahmen treffen: Auch sonst empfiehlt es sich, vorsichtig zu sein - vor allem in belebten Plätzen. Um sicher zu gehen, dass Ihnen Ihre Wertsachen und Dokumente erst gar nicht gestohlen werden, sollten Sie es vermeiden, diese in der Öffentlichkeit herzuzeigen. Dies könnte Diebe und Betrüger auf Sie aufmerksam machen. 


Tragen Sie Ihre Wertgegenstände am Körper, wie zum Beispiel in Brust- oder Gürteltaschen unter Ihrer Kleidung, aber vermeiden Sie Hosentaschen in denen Ihre Wertsachen hervorstehen, da sie zu klein sind. 

Brust- und Gürteltaschen sind zwar nicht jedermanns Sache (schon gar nicht unter dem T-Shirt, Kleid, etc.), sind aber wohl besser als bestohlen zu werden.


Achten Sie außerdem darauf, dass all ihre elektronischen Gegenstände, wenn möglich, passwortgeschützt sind. Sollten Ihnen diese Gegenstände dann gestohlen werden, ist es zwar kein 100%iger Schutz, gibt Ihnen allerdings Zeit, Ihre SIM-Karte sperren zu lassen und Ähnliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Was, wenn es bereits zu spät ist?

Polizei rufen: Kontaktieren Sie so bald wie möglich die örtliche Polizei und erstatten Sie Anzeige. Das erhöht nicht nur die Chance, dass die Täter gefasst werden, sondern Sie können danach auch von der örtlichen Polizei eine Kopie der Diebstahlanzeige verlangen. Diese Kopie ist absolut notwendig, um etwaige Entschädigung Ihrer Versicherung in Anspruch nehmen zu können, vorausgesetzt, dass Sie den entsprechenden Versicherungsschutz besitzen. Diese Kopie kann auch als Beweismaterial für verschiedenste andere Dinge nötig sein, Sie sollten sie also auf jeden Fall mitnehmen.


Notpass anfordern: Sollte Ihnen Ihr Pass durch den Diebstahl abhanden gekommen sein, sollte Ihr zweiter Stopp nach der Polizei die in dem Urlaubsland ansässigen österreichischen Botschaft oder Konsulat sein. Dort können Sie einen Notpass anfordern, der es Ihnen ermöglichen wird, wieder nach Österreich zurückzukehren. 
Wieder Zuhause sollten Sie unbedingt auch bei Ihrer örtlichen Polizei Anzeige erstatten - das wird es Ihnen erleichtern, neue Dokumente anzufordern.


Bei Führerscheinverlust: Fragen sie die örtliche Polizei, ob Ihnen die Kopie der Diebstahlsanzeige als einstweiliger Führerschein dienen kann. Dies ist an einigen Orten möglich, doch nicht überall. Zudem kann Ihnen ein neuer Führerschein leider aus Sicherheitsgründen nur in Österreich ausgestellt werden.


Sollten Sie die Kopie nicht verwenden können, sollten Sie sich über andere Transportmöglichkeiten informieren. Züge, Busse, Flugzeuge sind alles eine Möglichkeit, sollten Sie noch über Geld verfügen. Ansonsten kann Sie mit etwas Glück ein Vertrauter Ihrer Wahl abholen. Sollte nichts davon möglich sein, bitten Sie die ansässige österreichische Vertretung um Hilfe.


Zahlungsmittel: Sollte Ihnen eine oder mehrere Ihrer Debit- oder Kreditkarten gestohlen worden sein, lassen Sie diese unbedingt sofort sperren, bevor der Täter sie benützen kann. Viele Kreditinstitute zeigen sich in solchen Situationen verständnisvoll, jedoch sollte man nicht darauf zählen. Idealerweise kann man sich von einem Vertrautem dennoch etwas Geld über ein internationales Transferinstitut überweisen lassen. Dies setzt allerdings voraus, dass man noch eine Debitkarte besitzt. 


Im Schlimmstfall kann Ihnen auch der Bürgerservice des Außenministeriums in Zusammenarbeit mit den Vertretungsbehörden im Ausland aushelfen. Kontaktieren Sie dafür einfach die österreichische Botschaft oder das Konsulat im Urlaubsland. Mehr Infos dazu hier.


Gestohlenes Telefon: Sollten Sie das Pech haben, dass Ihnen Ihr Smartphone oder Mobiltelefon gestohlen wurde, sollten Sie so bald wie möglich ihre SIM-Karte sperren lassen. Dies können Sie typischerweise über die Service-Hotline des Betreibers tun. Die Sperrung ist deshalb so wichtig, da es möglich ist, dass Betrüger Ihre SIM-Karte für kostspielige Anrufe ins Ausland verwenden könnten. Laut Berichten können dabei innerhalb kürzester Zeit Kosten von bis zu 90.000€ verursacht werden.


Außerdem sollten Sie Ihre Passwörter ändern, insbesondere all die, die Sie auf ihrem Smartphone gespeichert haben. Doch auch alle anderen Passwörter sollten Sie ändern: Denn Diebe und Betrüger haben oft mehr als nur einen Trick auf Lager.

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