abgasstrategie 2030 - wir haben die infos

03. Oktober 2017
Früher oder später steht die österreichische Autoindustrie vor einem großen Umbruch. Das ist Fakt und nur noch eine Frage der Zeit. Die Dieselaffäre hat dieses Thema auch in die breite Öffentlichkeit gebracht.

Text: Stefan Novotny

Das Thema Auto ist ein emotionales, und wird auch emotional diskutiert. Die wichtigsten Köpfe der Autobranche in Österreich treffen sich nun regelmäßig und arbeiten ein Jahr lang an einem Plan, wie Österreichs Mobilität der Zukunft aussehen soll. Wir haben die wichtigsten Punkte daraus.

Heute vor einer Woche fand das Kick-Off Meeting zur “Abgasstrategie 2030” statt. Neben dem Verkehrsminister haben unter anderem Vertreter der Automobilimporteure, NGOs, Autofahrerclubs und Verkehrslandesräte aus Österreich teilgenommen. Für die Presse war dieses Meeting nicht gedacht, auf eine anschließende Pressekonferenz wurde ebenfalls verzichtet. Teilnehmern zufolge soll es sich aber um ein von einer konstruktiven Diskussion geprägten Treffen gehandelt haben.

DAS PARISER ABKOMMEN IST DAS ZIEL

Das oberste Ziel ist es, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. In diesem steht geschrieben, dass die Mobilität ab 2050 ohne CO2 Abgasen stattfinden soll. Aus diesem Grund sollen Anreize für den Konsumenten geschaffen werden, um auf emissionsfreie Mobilität umzusteigen. Bis 2030 soll es ein viertel weniger Abgasausstoße im Autoverkehr geben.Ebenfalls bis 2030 sollen die Anreize so attraktiv gestaltet werden, dass nur mehr abgasfreie Autos angemeldet werden. Dies soll auf freiwilliger Basis passieren. Fahrverbote, etwa für Dieselautos, soll es nicht geben. 
Schafft man dieses ambitionierte Ziel, ist tatsächlich die Möglichkeit gegeben, dass man 2050 nahezu abgasfrei unterwegs ist.

DER FAHRPLAN

Nach dem Kick-Off Meeting in der letzten Woche soll noch im Oktober ein sogenannter Sachstandsbericht in Auftrag gegegeben werden. Dieser soll bis in den Sommer 2018 fertiggestellt werden. Inhalte werden Maßnahmen sein, die gesetzt werden können, um die Abgasziele zu erreichen. Diese Maßnahmen sollen an einen Aktionsplan geknüpft werden. Kosten dafür sollen berechnet werden und die Infrastruktur (zum Beispiel E-Tankstellen) verbessert werden. Auf Grundlage dieses Planes soll es den Konsumenten attraktiver gemacht werden, auf E-Mobilität umzusteigen. Im Herbst 2018 sollen dann konkrete Vorhaben beschlossen werden, Teile davon auch gesetzlich verankert werden.

DIE ANALYSE

Österreich hat hier zweifelsohne die richtige Richtung eingeschlagen. Die Vorgeplänkel der Automobilindustrie waren entbehrlich. Im Endeffekt hat sich die Automobilindustrie von den Medien in Panik versetzen lassen. Deren Reaktion löste auch eine Verunsicherung bei den Verbrauchern aus.

Dies war auch einer der Hauptgründe, dass die Dieselanfragen auf AUTOGOTT.AT eingebrochen sind. Wir merken schon jetzt, nachdem der Höhepunkt der Dieseldiskussion vorbei ist, dass die Anzahl der Dieselkonfigurationen wieder leicht zu steigen beginnt.

Dass das Thema um die Zukunft der Automobilität in Österreich im aktuellen Wahlkampf nahezu unerwähnt bleibt, dürfte auf den Konsumenten beruhigend wirken. Ob es richtig ist, die Zunkunft der Automobilität nicht öffentlich zu diskutieren, ist fraglich. Vor allem der Wahlkampf wäre auch dafür eine gute Bühne.

Dass es sich um eine sachliche Diskussion beim ersten Abgasgipfel handelte, durfte ebenfalls beruhigend auf den Konsumenten gewirkt haben. Man hat sich auf einen Fahrplan geeinigt, wir wissen spätestens Ende 2018, welche Maßnahmen konkret gesetzt werden und wie diese Aussehen werden. Bis dahin ist alles reine Spekulation. Offen ist natürlich, ob ein potentieller neuer Verkehrsminister die Abgasstrategie 2030 weiterführen würde.

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