Elektroautos sind keine Smartphones

Letzte Woche wollten wir von Ihnen wissen, wie viel Reichweite ein Elektroauto haben muss, um für Sie als Alltagstauglich zu gelten. Man konnte zwischen unter 200 Kilometern und über 500 Kilometern in 100er Schritten wählen. Die Beteiligung war wie immer groß und das kam dabei heraus:
Text: Stefan Novotny 19. Mai 2017

Elektroautos sind keine Smartphones

Wer kann sich noch an die Zeit vor den Smartphones erinnern? Das Staunen war groß, als Mitte der 90er Jahre die ersten Handys auf den Markt kamen. Sie waren leistbar, alltagstauglich und groß wie Ziegelsteine. Die Entwicklung schlief nicht - die Handys wurden immer kleiner, handlicher und vor allem der Akku hielt immer länger. Man musste sein Mobiltelefon maximal einmal in der Woche aufladen. Sorgen, dass der Akku bald leer sein könnte, hatte man nicht sehr oft.

Dann kam die Zeit der Smartphones. Apple war Pionier, brachte sein iPhone auf den Markt. Man konnte Apps installieren, die Idee des Smartphones war geboren. Andere Firmen zogen nach und heute ist ein Leben ohne Smartphone unvorstellbar. Dass man nun, trotz vielfach teurerer Endgeräte, und den Akku meist täglich aufladen muss, nimmt die Menschheit in Kauf.

Eine Frage der Reife?

Nicht so bei Fahrzeugen. “Ich kaufe mir erst ein Elektroauto, wenn die Reichweite passt.” oder “Im Winter geht die Hälfte der Reichweite für die Heizung drauf.” - solche und ähnliche Sätze sind mittlerweile oft zu hören.

Beim Auto mit Verbrennungsmotor ist der Mensch gewöhnt, dass er eine Reichweite zwischen 500 km und 1.000 km hat. Nach einem kurzen Tanken (maximale Dauer: 5 Minuten) kann man wieder die maximale Reichweite fahren.
Elektroautos funktionieren anders. Die Ladezeiten betragen mindestens eine halbe Stunde. Will man den Akku ganz auffüllen, muss man sich länger Zeit lassen. Die Reichweite des Autos reicht dann zwischen 200 und 400 km. Ja, an der Reichweite muss noch gearbeitet werden. Das meinen über 50% der User. Die Angst, auf der Straße stehen zu bleiben und nicht mehr weiter zu kommen scheint groß zu sein. Früher, als man wegen eines leeren Tanks stehen blieb, kam der Freund mit einem Kanister Benzin zur Hilfe. Bei Elektroautos kann niemand mit einem Kanister Strom kommen. Vielleicht gibt es einmal, wenn mehr Elektroautos an den Menschen gebracht werden, flächendeckend mobile Ladestationen. Die Autofahrerklubs werden dann vielleicht sogar mobile Ladefahrzeuge als Pannenfahrzeuge einsetzen.

Es kommt also doch auf die Länge an Unsere User wollen weit kommen. Eine Reichweite unter 500 km ist für jeden 2. User nicht akzeptabel. Und das, obwohl der Durchschnittsösterreicher im Jahr 10.000 km fährt. das wären in der Woche weniger als 200 km, am Tag um die 30 km. Nun stellt sich die Frage, ob unser Sicherheitsdenken in diesem Fall nicht übertrieben ist.

Elektrotankstellen werden immer mehr, das Netz ständig ausgebaut. Lademöglichkeiten sind immer reichlicher vorhanden - werden immer mehr.
Sollten wir nicht auch bei den Autos mit der Zeit gehen uns mutiger sein? Wir haben das doch auch bei den Smartphones geschafft. Oder sollen wir weiterhin abwarten und sehen, was passiert? Fakt ist, dass fast alle Automarken derzeit an Elektroautos arbeiten. Manche noch hinter verschlossener Türe, andere haben bereits Prototypen vorgestellt. Audi soll 2019 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen. Wir können beruhigt sein. Die Entwicklung von Elektroautos steht alles andere als still. Es wird in den nächsten Jahren noch viel passieren und die Fahrzeuge werden immer verlässlicher.

Und wir werden hoffentlich auch entspannter sein, beim Thema Elektroauto :-)

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