Hält die Reichweite? Ein Ausflug mit dem Corsa-e

Wir dürfen den Opel Corsa-e lange testen. Da sich dieser Dauertest auch über den Sommer erstreckt, ist klar, dass dieses Auto auch für einen Tagesausflug verwendet wird. Wir sind vor allem darauf gespannt, ob die Reichweite das hält, was sie verspricht.
15. Juli 2020
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Die Bedingungen

Nicht nur wir, auch das Auto ist urlaubsreif. Mittlerweile kennt es Wien und da vor allem die Donaustadt zur genüge. Um aus der Hitze der Stadt zu flüchten, haben wir uns entschieden, in das bisschen kühlere Waldviertel für einen Tagesausflug zu fahren. Ziel ist Zwettl. Es liegt eine fast 1 ½ stündige Fahrt vor uns, 133 Kilometer. Außentemperatur: Um die 30 Grad. So ein Ausflug sollte für ein Elektroauto mit Erstzulassung 2020 kein Problem bedeuten. Deswegen nehmen wir von Anfang an keine Rücksicht auf Verluste. Im Innenraum wird auf keinen Fall Strom gespart. Das Smartphone ist mit dem Entertainment System verbunden. Die Navigation ist aktiviert und auch der Radio spielt mehr oder weniger gute Musik. Bei 30 Grad Außentemperatur genießen wir selbstverständlich auch die Klimaanlage. Elektroautokritiker würden schon von einem verantwortungslosen Handeln sprechen, die Reichweite verschwindet ja ziemlich schnell, wenn man mit Klimaanlage fährt.

Die Route führt über die A22, die Donauuferautobahn, dann geht es über die S5 weiter nach Krems und zum Schluß noch über die Bundesstraße nach Zwettl. Wir sind super vorbereitet, wir haben den Opel Corsa-e nahezu komplett aufgeladen. Es wird mit fast vollem Tank gestartet. Die Anzeige im Cockpit spricht von einer Reichweite von 280 Kilometern.

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© Google Maps

Das Fahren

Es ist immer dieselbe Leier. Aber das Fahren mit einem Elektroauto macht wirklich Spaß. Die Beschleunigung erfolgt aus einem Guss, Kraftverlust war gestern. Die drei Fahrmodi sind auch nicht verkehrt. Auch, wenn man mit dem Eco Modus am meisten Strom spart, entscheiden wir uns für den Normal-Modus. Die Beschleunigung ist in diesem Modus deutlich besser. Mit diesem Modus ist das Staunen der Passanten größer, weil sie nicht glauben wollen, dass der “biedere” Opel Corsa-e jedes Auto an der Kreuzung abhängen kann. Bei einer Ausflugsfahrt geht es nicht um die perfekte Beschleunigung - völlig richtig. Dennoch handelt es sich hierbei um ein schönes “Nice-to-have-Feature”.
Der Komfort im Innenraum ist ebenfalls toll. Das Cockpit haben die Deutschen etwas nüchtern und eintönig gestaltet. Bei anderen Marken findet man hier oft Farbakzente, die den Innenraum zum Leben erwachen lassen. Auf solche Features hat man bei Opel verzichtet. Dafür findet man durchaus hochwertig wirkende Materialien, eine tolle Verarbeitung und eine sinnvolle Anordnung der Bedienelemente. Fahrer und Beifahrer haben im Cockpit genug Platz. Die Rückbank gehört dem Hund. Diese dürfte auch sehr gemütlich sein, zumindest fahrt der Hund von Anfang an ganz entspannt im Opel mit.
Der Verkehr ist fließend. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit wird mir am Bordcomputer angezeigt, mit dem adaptiven Tempomat in Kombination mit dem Spurhalteassistenten ist die Fahrt sowieso entspannt. Die Reichweite auf der Anzeige wird weniger - klar, wir legen ja auch einige Kilometer zurück. Doch die Reichweite schwindet bei weitem nicht so schnell, dass wir uns Sorgen machen müssten nicht ans Ziel zu kommen. Trotzdem: Im Gegensatz zu einem Auto mit Verbrennermotor merkt man einen schnelleren Reichweitenverlust.
Autofahren im Jahr 2020 ist anders
Es geht aber in erste Linie um die Einstellung und Vorbereitung auf die Fahrt. Mittlerweile haben wir das Auto schon längere Zeit, wir konnten uns an das Auto schon gewöhnen. Angst, dass wir aufgrund von fehlender Reichweite auf der Strecke liegen bleiben, haben wir nicht. Erstens ist das E-Ladestationennetz in Österreich bereits viel zu gut ausgebaut, andererseits sind wir mit über 280 Kilometer Reichweite weggefahren. Auf dem Rückweg zeigte die Reichweite in Krems nur noch 90 Kilometer an. Aus diesem Grund entschieden wir uns für einen Kaffeehausbesuch in Krems. Währenddessen ladete der neue Opel Corsa-e an einer Smatrics Ladestation mit 50 kWh (Gleichstrom CCS). So konnten wir entspannt unsere Heimfahrt antreten.

Fazit

Eine lange Ausflugsfahrt mit einem Elektroauto stellt heute keine unbewältigbare Aufgabe mehr dar. Sogar ohne Vorbereitung ist es möglich, einfach loszufahren und aufgrund von fehlender Reichweite nicht auf der Strecke zu bleiben. Das Ladenetz in Österreich ist jetzt schon fantastisch ausgebaut und wird ständig erweitert. Auch mit Elektroauto gilt:

Eine Ausflugsfahrt scheitert nicht an der “fehlenden” Reichweite, sie scheitert maximal am Wetter.

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