Acht Gründe warum wir die alte Vignette lieben

Seit 1997 gibt es in Österreich die Vignette. Seit jenem Jahr müssen Benutzer von österreichischen Autobahnen eine solche auf die Windschutzscheibe kleben.
15. November 2017

Wer dies nicht macht, muss mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. Auch die Vignette entwickelt sich weiter. Ab nächstem Jahr kann man auch mit der neuen digitalen Vignette Österreichs Autobahnen benutzen.

Text: Stefan Novotny

WIE ALLES BEGANN...

Die Aufregung war groß. Autobahnen in Österreich sind nicht mehr kostenfrei nutzbar. Wobei “kostenfrei” ein sehr dehnbarer Begriff war, da auf vielen Teilstrecken bereits Maut bezahlt werden musste. Mittlerweile, 20 Jahre später, haben die Österreicherinnen und Österreicher sich längst an ihre Vignette gewohnt. Nun führt die ASFINAG eine digitale Version der Vignette ein. Diese kann online bestellt werden und ist auf ein Kennzeichen registriert. Das heißt, dass Besitzer von Wechselkennzeichen künftig nur noch eine Vignette brauchen. Achtung, aufgrund des Online-Rücktrittsrechts ist die Vignette erst 18 Tage nach Kauf gültig. Vor allem für jene, die sich schnell einmal eine Tages- oder Monatsvignette kaufen wollen, kann dies mit einem Ärgernis enden. Braucht man schnell eine Vignette, kauft man sich am besten noch eine zum Kleben, denn diese ist weiterhin ab Kaufzeitpunkt gültig. Trotz aller Vorteile haben wir die alte, klebrige Vignette lieb gewonnen.
Und das sind die Gründe dafür:

8 GRÜNDE, WARUM WIR DIE ALTE VIGNETTE LIEBEN

1. DER NERVENKITZEL WEGEN DER NEUEN FARBE

Jedes Jahr stellt sich jede Autofahrerin und jeder Autofahrer die gleich Frage. Welche Farbe wird die neue Vignette haben? Der Start der Vignette 1997 war im für Österreich typischen Rot. Mittlerweile hat man schon viele Farben und Farbtöne benutzt, die ein oder andere Farbe kam auch schon doppelt vor. Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, sind Diskussionen zu den Farbwahlen vorprogrammiert und immer äußerst unterhaltsam.

2. DAS ÄRGERN BEIM RUNTERKRATZEN

Wo ist der Schaber? Jedes Jahr der gleiche Grant. Man muss Platz für die neue Vignette machen. Aus diesem Grund muss die alte Vignette oft ihren Platz hergeben. Der Schaber, den man das Jahr davor angeschafft hat, ist wie vom Erdboden verschluckt. Einfach nicht zu finden. Egal - eh nicht teuer - ein neuer wird angeschafft. Trotz neuem Schaber und trotz scharfer Klinge will die Vignette nicht und nicht von der Scheibe. Einige lästige Reste vom Kleber bleiben immer auf der Scheibe picken. Langes Ärgern, Kratzen und Schwitzen sind das Resultat des Vignetten Entfernens. Sehen wir es positiv, gerade am Anfang des Jahres (da wird meistens die neue Vignette geklebt) kann man so ein Workout (Weihnachten ist vorbei) gut gebrauchen.

3. LUSTIGE ANEKDOTEN

Was haben wir nicht alle über den Vignettenman gelacht? Wie viele Leute haben für die neue Vignette Abos abgeschlossen, die Zeitung dann aber nie gelesen? Auch die Farbdiskussionen verliefen uferten oft in die Skurrilität aus. Als für 2010 eine violette Vignette veröffentlicht wurde, waren viele Rapidfans darüber brüskiert. Wie kann man nur? Für viele handelte es sich um ein Tabu, eine Vignette in der Farbe des Wiener Erzrivalen auf die Windschutzscheibe des eigenen Fahrzeugs zu kleben. Das Resultat: Einige Rapid-Anhänger klebten die Vignette “verkehrt” auf deren Windschutzscheibe. Die Oberseite war unten, die Unterseite war oben. Als Zeichen des stillen Protests. Österreichischer Meister wurde in diesem Jahr übrigens Red Bull Salzburg. Vizemeister wurde die Wiener Austria.

4. VIGNETTENSAMMLUNGEN AUF WINDSCHUTZSCHEIBEN

Dass man maximal 2 Vignetten auf die Windschutzscheibe kleben darf, interessiert manche überhaupt nicht. Stattdessen wird ihr Fahrzeug zum rollenden Vignettenmuseum. Sieht man Autos auf Straße parken, die deutlich mehr als die erlaubten Vignetten geklebt haben, bleibt man stehen und sieht sich diese genau an - nostalgische Erinnerungen inklusive.

5. NERVENKITZEL ANFANG FEBRUAR

Jedes Jahr dasselbe. Das erste Monat im Jahr vergeht rasend schnell. Rasend schnell ist man auch unterwegs, wenn man am ersten Februar ohne gültige Vignette auf der Autobahn unterwegs ist. Die Vignette gilt immer bis inlusive Jänner des Folgejahres. Wem ist es noch nie so gegangen? Man hat die neue, gültige Vignette schon zu Hause liegen, war bisher nur zu faul sie im Auto anzubringen. Und dann ist es zu spät, dann beginnt das Hoffen und Bangen. Hoffentlich wird man nicht kontrolliert. Denn das kann teuer kommen, 120 Euro kostet das Fahren ohne Vignette. Das gehört zu den Ausgaben, auf die man verzichten kann. Nervenkitzel pur!

6. ÄRGERN ÜBER DIE JÄHRLICHE PREISERHÖHUNG

87,30 Euro. Das wird der Preis für die Vignette 2018 sein. Seit bestehen der Vignette ist der Preis jährlich gestiegen. Von Jahr zu Jahr kamen ein paar Euros dazu. 550 Schilling kostete übrigens die erste Vignette. Mit der Präsentation der Farbe wird jedes Jahr auch der neue Preis präsentiert. Trotz dem anfänglichen Ärgers über die jedes Jahr wiederkehrende Preiserhöhung muss auch gesagt werden, dass die ASFINAG in Österreich dafür Sorge trägt, dass unsere Autobahnen regelmäßig erneuert werden und in einem guten Zustand sind. Alleine die neuen Rastplätze sind gut und sinnvoll eingerichtet.

7. KREATIVES WEIHNACHTSGESCHENK

Weihnachten naht auch heuer schon wieder. Wie in jedem Jahr ist es eine Challenge, für Familie und Freunde Weihnachtsgeschenke finden zu müssen. In vielen Familien wurde es schon zur Tradition, dass die neue Vignette unter dem Weihnachtsbaum liegt. Vor allem Mütter schenken dies gern, uneigennützig wie sie sind, ihren Kindern. So ist gewährleistet, dass die Kinder auch im neuen Jahr noch auf Besuch kommen.

8. WIE SCHIEF PICKT SIE IN DIESEM JAHR?

Zur Verteidigung gleich am Beginn: Man hat ja auch nur eine Chance, sie zu befestigen. Dann ists vorbei, dann klebt sie. Nochmal hinunter nehmen führt zur Ungültigkeit. Es gibt sehr viele Menschen, die die Vignette gerade aufkleben wollen. Es gibt nur sehr wenige Menschen, die die Vignette wirklich gerade kleben können. Manch Streit in einer Beziehung soll auch schon vorgekommen sein, weil die Vignette vom Partner oder der Partnerin nicht wie gewünscht angebracht wurde. Aber bitte nicht verzagen, hat man doch spätestens ein Jahr später wieder die Chance alles wieder gut zu machen.

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