Tempo 140 in Österreich?

Seit etwas mehr als einem Monat hat Österreich eine neue Regierung. Eine Aufregende und turbulente Zeit hat begonnen - auch verkehrspolitisch.
30. Jänner 2018

Text: Stefan Novotny

Der neue Verkehrsminister heißt Norbert Hofer. Bei der Wahl zum Bundespräsidenten konnte er sich nicht durchsetzen, ein Ministeramt ließ er sich allerdings nicht entgehen. Und so wurde er Verkehrsminister. Das Regierungsprogramm zum Thema Verkehr wurde schon in einem anderen Blogbeitrag analysiert. Ein Thema ist in den Medien hängen geblieben und wird seitdem in der Öffentlichkeit heftig diskutiert.

WIE SCHNELL DARF MAN SOLL MAN AUF ÖSTERREICHS AUTOBAHNEN FAHREN DÜRFEN?

In Österreich darf man auf Autobahnen derzeit maximal 130 km/h fahren. Theoretisch darf man diese Geschwindigkeit ausschließlich bei perfekten Fahrbedingungen wählen. Auf Freilandstraßen gilt ein Tempolimit von 100 km/h. Im Regierungsprogramm hat man sich festgelegt, die Tempolimits zu evaluieren und danach zu optimieren. Diese Aussage hinterlässt eine große Interpretationsmöglichkeit. Ob die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Autobahnen erhöht oder gesenkt werden und ob die I-GL Zonen fallen, wird nicht gesagt. Man hat sich hier absichtlich einen Interpretationsspielraum offen gelassen.

In einem Interview mit der Kleinen Zeitung meinte Norbert Hofer Ende Dezember, dass er sich Tempo 160 nicht vorstellen könne, er aber für eine Erhöhung des Tempolimits auf 140 km/h sei. Trotzdem soll es zuerst Testphasen und -strecken geben. Noch ist nichts in Stein gemeisselt.

AUTOGOTT.AT HAT NACHGEFRAGT

In einer AUTOGOTT.AT Umfrage wollten wir wissen, ob unsere Userinnen und User für oder gegen Tempo 140 auf Österreichs Autobahnen sind. Das Ergebnis war mehr als eindeutig. Über zwei Drittel der Befragten gaben an, für Tempo 140 km/h auf den Autobahnen zu sein. Aus über 600 Beantwortungen haben 66,4% für Tempo 140 km/h gestimmt.

Es gab wieder die Möglichkeit, die Meinung in einem Kommentar zu äußern. Viele hatten davon Gebrauch gemacht und uns mitgeteilt, warum sie so abgestimmt haben. Bei den Befürwortern war der einhellige Tenor, dass die Autos ohnehin schon viel sicherer geworden sind - deswegen soll man auch schneller fahren dürfen. Die Gegner machten sich vor allem um ihre Gesundheit Sorgen und fürchten sich vor vermehrt gefährlichen Situationen auf den Autobahnen.

DAS ABGASTHEMA

Eine immer wiederkehrende Forderung der 140 km/h-Befürworter ist die Abschaffung der IG-L (Immionsschutzgesetz - Luft) Zonen. Berechnungen zufolge soll die Abgasbelastung bei Tempo 140 km/h um 20% steigen. Bei einer Geschwindigkeitserhöhung um 7,7% steigen die Abgaswerte um 20%. Ob sich das auszahlt? Fakt ist, dass die Autos, die auf den Markt kommen, immer sicherer werden. Die Sicherheitssysteme und Assistenten sind immer ausgeklügelter und mindern das Unfallrisiko. Die modernen Systeme findet man natürlich nur in neuen Autos. Ältere Semester, die ebenfalls noch auf Österreichs Straßen unterwegs sind, kommen nicht in einen solchen Genuss.

Fest steht, dass jede Erhöhung einer Geschwindigkeitsbeschränkung gut bedacht sein muss. Denn höhere Geschwindigkeiten verlangen eine höhere Aufmerksamkeitsspanne und bringen ein erhöhtes Gefahrenpotential.

Ab 1. August gibt es 2 140 km/h Testabschnitte in Österreich

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