WLTP Chaos: Nun ist auch der FIAT Konzern betroffen

In der Autobranche bleibt in diesem Jahr kein Stein auf dem anderen. Ab September dürfen nur noch Fahrzeuge mit mindestens Euro 6c Motoren neu zugelassen werden. Die Hersteller arbeiten mit Hochdruck daran, alle Modelle auch weiterhin anbieten zu können. Im Fiat Konzern dürfte es dabei zu Verzögerungen kommen.
Stefan Novotny 28. Juni 2018

Seit mehreren Wochen dürfen die Verkaufsberater in den Autohäusern von Fiat, Alfa, Jeep und Co nur noch Lagerware verkaufen. Obwohl man auf den Webseiten der Marken noch Fahrzeuge konfigurieren und Angebote anfordern kann, sind diese derzeit nicht lieferbar.

Grund dafür dürften die Abgaswerte sein. Im Zuge der Einführung des neuen Prüfzyklus WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) wurden auch die Grenzen für Abgaswerte geändert. Der Test hat zur Folge, dass die Testbedingungen und -umgebung realistischer als bisher sind.

Realistische Testbedingungen mit Folgen 

Bisher wurde nur unter perfekten Laborbedingungen getestet. Wie man an den AUTOGOTT.AT Verbrauchsrunden sehen kann, gibt es eine sehr hohe Diskrepanz zwischen tatsächlichen Verbrauch und dem Verbrauch im Prüfzyklus. Durch das neue System wird dieser Abstand geringer, ganz verschwinden wird er nicht. Die Abgaswerte werden mit dem sogenannten RDE Verfahren getestet. Hier wird eine Messanlage an den Auspuff montiert und unter realen Bedingung gefahren. Viele Hersteller haben bisher Abgasreinigungsanlagen gestoppt, sobald ein Fahrzeug am Prüfstand war. Mit Aufkommen des Dieselskandals wurden Konsequenzen gezogen und Prüfverfahren verändert und optimiert. Die Umwelt und vor allem die Kunden sollen davon profitieren.

Hier liegt der Teufel begraben. Abgaswerte bei einem fertig entwickelten Modell zu verringern, stellt die Hersteller vor große Probleme. Bisher gab es kaum eine Marke, die noch keinen Verkaufsstopp auf bestimmte Modelle verhängt hat. Doch den FCA Konzern trifft es jetzt besonders hart. Derzeit ist kein einziges Auto bestellbar. Die neuen Grenzwerte werden bis dato von Fiat nicht erreicht. Insider sagen, dass sich hier bis Ende des Sommers wohl auch nichts mehr ändern wird. Auch bei Volkswagen gibt es Probleme bei der Umstellung auf Euro 6c. In Werken in Deutschland wird zwangsweise auf eine 4-Tage-Woche umgestellt, da zu wenige Modelle lieferbar sind. Es sollen nun sogar Hallen auf dem noch nicht fertig gebauten Flughafen Berlin angemietet werden, um Platz für 250.000 Autos zu schaffen, die aufgrund des neuen Prüfverfahrens nicht verkauft werden können.

Allheilmittel Tageszulassung?

Zurück zum Fiat Konzern. Um dennoch Umsatz zu generieren, werden die Kundinnen und Kunden auf Lagerware vertröstet. Die muss im Sommer ohnehin unbedingt verkauft werden. Aufgrund der Zulassungsregelung wird es ab spätestens August viele Tageszulassungen geben. Wie man auf AUTOGOTT.AT bereits heute sieht, sind solche Angebote mit sehr hohem Rabatt versehen. Bis jetzt waren Tageszulassungen bei Händlern immer sehr beliebt, um Zulassungs- und Absatzzahlen erreichen und steuern zu können. Dieses Instrument wird im Sommer von vielen Marken angewendet werden müssen, ob sie wollen oder nicht.

Die Möglichkeit, ein so günstiges Neuwagenschnäppchen zu bekommen, gab es so schon lange nicht mehr. Wer schon länger überlegt  einen Neuwagen zu kaufen, sollte sich jetzt dafür entscheiden. Günstiger Neuwagenkaufen wird so schnell nicht mehr gehen.

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