Die Oköprämie - wie sie wirklich wirkt

Nun ist der erste Dieselgipfel in Österreich vorbei. Ein weiterer Gipfel folgt in den nächsten Wochen. Beschlossen wurde, dass die Marken eine Ökoprämie einführen. Diese soll bewirken, dass Autos mit hoher Schadstoffbelastung aus dem Verkehr gezogen werden. Doch sind die gesetzten Maßnahmen der Autoimporteure wirksam?
Text: Stefan Novotny 06. September 2017

In Österreich gehört der Rabatt zu einem Neuwagen wie der Erdäpfelsalat zum Wiener Schnitzel. Je höher der Rabatt, desto kauffreudiger die Kunden. Mit der neuen Ökoprämie sollen potentielle Käufer dazu bewogen werden, sich für einen “sauberen” Neuwagen zu entscheiden, und den “schmutzigen” Gebrauchtwagen abzugeben. Es gab schon einmal eine Ökoprämie im Jahr 2009, die wurde im Unterschied zur jetzigen staatlich gefördert. Eine staatliche Förderunggibt es derzeit nur, wenn man sich für Elektro-, Plug-In Hybrid- oder Brennstoffzellenfahrzeug entscheidet. Bei der jetzigen Ökoprämie hat der Staat die Finger nicht im Spiel.

Die Autoimporteure entscheiden selbst, wie sie die sogenannte Ökoprämie gestalten. Bei nahezu jeder Marke wird sie auch schon beworben. Aber Achtung: Bei jeder Ökoprämie zahlt es sich besonders aus, das Kleingedruckte zu lesen. Die Beträge, die hier oft versprochen werden, sind oft nur schwer zu halten

DIE VERSCHROTTUNGSPRÄMIE

Der Volkswagenkonzern verlangt zum Beispiel, dass das alte Auto verschrottet wird. Man muss bis spätestens einen Monat nach Auslieferung des Neuwagens beweisen, dass das alte Auto von einem lizenzierten Verschrotter verschrottet wurde. Die Verschrottungsprämie ersetzt die Eintauschprämie. BMW verlangt keine Verschrottung, das alte Auto wird eingetauscht. Bei beiden Herstellern gleich ist, dass es sich bei den alten Fahrzeugen um Fahrzeuge der Abgasklasse Euro 1-4 und einen Diesel handeln muss. Neuere Autos scheiden hier schon aus. Zusätzlich zur Ökoprämie können noch Finanzierungsboni und dergleichen gewählt werden.

DAS PROBLEM MIT DER VERSCHROTTUNG

“Vielmehr wäre eine Verschrottung von funktionierenden Fahrzeugen eine Vernichtung von Volksvermögen und möglicher, österreichischer Wertschöpfung.” 
So schrieben es Komm.-Rat Friedrich Nagl (Bundesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik) und Komm.-Rat Ing. Wolfgang Dytrich (Vorsitzender Kfz-Teilehandel) im Branchenblatt “AUTO Information” im Leitartikel der Ausgabe vom 1. September. Die Frage, die sich hier stellt, ist jene, ob es durch ein verpflichtendes Hardware Updates von jenen Autos, deren Abgaswerte nicht passen, sinnvoller ist. Hiermit wäre auch gewährleistet, dass Volksvermögen nicht absichtlich vernichtet wird. Beim ersten Dieselgipfel wurden nur Softwareupdates, die nicht verpflichtend sind, beschlossen. Diese sollen ab 2018 durchgeführt werden. Autofahrerklubs kritisierten diese Entscheidung von Anfang an.

DIE ENTWEDER-ODER LÖSUNG

Bei anderen Herstellern schaut die Sache anders aus. Hier werden unter bestimmten Voraussetzungen Ökoprämien gewährt, dafür hat man auf andere Boni keinen Anspruch mehr. Der Kunde wird hier vor die Wahl gestellt. Vor allem bei teureren Modellen kann es vorkommen, dass die Ökoprämie geringer ausfällt als die anderen Rabatte. Kunden sollten hier sehr vorsichtig sein. Beim Eintausch des Fahrzeugs sollte man ebenso Vorsichtig sein. Gewähren die Marken einen Eintauschbonus, so bekommen Sie den Bonus und den Restwert des Fahrzeugs auf den Kaufwert gutgeschrieben. Bei der Ökoprämie mit der Verschrottung als Voraussetzung bekommen Sie die Prämie, mehr aber nicht. So ist die Frage, ob ihr Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt nicht mehr Wert ist, als die aktuelle Prämie beim Händler. Die Prämie ist aus diesem Grund nur für wirklich alte Diesel mit wenig Wert auf dem Markt interessant.

Einige Marken, wie Mercedes oder Mazda, sind noch nicht auf den Ökoprämienzug aufgesprungen. Hier erwarten wir in den nächsten Tagen nähere Infos.

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