Haben Elektroautos Nachteile?

Ist es ein Risiko, sich heutzutage ein Elektroauto zu kaufen? Wir haben versucht, Nachteile der Elektromobilität zu finden. Ob es sich hierbei wirklich um Nachteile handelt, sei jedem selbst überlassen.
13. Juli 2020
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Zu sagen, es gibt keinen Haken an Elektroautos, wäre gelogen. Wie alles, haben auch Elektroautos ihre Vor- und Nachteile. Ob es sich hier wirklich um Nachteile handelt, muss jeder selbst wissen. Diese versprechen aber mit der Zeit geringer und geringer zu werden.

Reichweite

Eine der größten Herausforderungen momentan ist, die Reichweite von Elektroautos zu erhöhen. Es ist nämlich so: Genauso wie einem Verbrennungsmotor das Benzin ausgehen kann, reicht der geladene Strom eines Elektroautos nicht ewig. Allerdings ist die potenzielle Reichweite von Verbrennungsmotoren derzeit noch um einiges höher wie die eines Elektroautos.
Die Reichweite eines Verbrennungsmotors kann auch bei über 1.000 Kilometer liegen, während Elektroautos auf maximal 600 Kilometer kommen. Diese schwankt allerdings, je nach Verwendung von Elektronik im Auto und Außentemperatur.
Doch die Reichweite von Elektroautos erhöht sich ständig, sowohl durch verbesserte Technologien als auch größere Batterien. Hinzu kommt, dass die Durchschnittsstrecke eines Autofahrers oder einer Autofahrerin bei Weitem keine 600 Kilometer misst. Jährlich fahren Österreicher durchschnittlich 13.900 Kilometer, somit müsste man umgerechnet gerade mal ungefähr alle zwei Wochen aufladen, wenn man von 600 Kilometern Reichweite ausgeht. Bei einer geringeren Reichweite, wie 300 Kilometern, muss man so die Ladestation einmal pro Woche in Anspruch nehmen.

Infrastruktur

Allerdings hat das Netz der Ladestationen momentan noch Verbesserungsbedarf. Im Gegensatz zu Tankstellen, die man an jeder Ecke findet, sind Ladestationen für Elektroautos schwieriger zu finden und leichter zu übersehen. In Wien und größeren Städten ist es zwar kein Problem, E-Tankstellen an wichtigen Orten wie Shoppingscenter, Supermärkten und belebten Straßen zu finden, aber auf dem Land und in kleineren Städten kann es immer noch eine Herausforderung sein. 
Das Überraschende: Laut E-Tankstellenfinder.com gibt es in Österreich über 5.700 E-Tankstellen, das sind rund 3.400 mehr als es herkömmliche Tankstellen gibt. Allerdings ist es Fakt, dass die Nutzungsdauer einer E-Tankstelle wesentlich höher ist als die einer Tankstelle für Diesel oder Benzin.

Ladezeit

Wie lange genau geladen werden muss, hängt sowohl von dem Elektroauto als auch der Tankstelle ab. An einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose sind 14 Stunden Ladedauer nicht ungewöhnlich. 
Jedoch reduziert sich die Ladezeit auf durchschnittlich 2–4 Stunden, wenn man eine öffentliche Ladestation oder die eigene Wallbox verwendet. Bei Schnellladestationen geht es dann, wie der Name schon sagt, noch einmal schneller. Hier dauert das Laden nur noch rund 30 Minuten, dann sind in der Regel 80% der Batterie geladen. Die genauen Zeiten hängen jedoch von den Spezifikationen der Batterie ab.
Außerdem gibt es zusätzliche Hoffnung: Wissenschaftler haben bereits ein neues Speichersystem entwickelt, mit dem man dank "flüssiger Batterien" genauso schnell Strom tanken kann, wie Benzin oder Diesel.
Abgesehen von der Art der Tankstelle, wird die Ladezeit auch von der Kapazität der Batterie und der Ladetechnik des Elektroautos beeinflusst.
Derzeit gibt es mehrere Förderungen, die den Bau von privaten und öffentlichen E-Tankstellen belohnen. Die Förderungen können sowohl von privaten Personen als auch Unternehmen in Anspruch genommen werden. Dies kombiniert mit der stetig ansteigenden Zahl an zugelassenen Elektrofahrzeugen, macht es sehr wahrscheinlich, dass der Zugang zu Ladestationen für Elektroautos mit der Zeit immer einfacher wird.
Interessant ist auch, dass Forscher momentan an der Entwicklung von Induktionstankstellen arbeiten – also Flächen, auf denen das Elektroauto automatisch auflädt, sobald man sie darauf abstellt. Für Fußgänger und Fußgängerinnen sollte das Ganze auch nicht gefährlich sein, dank Induktionstechnologie. Dieselbe Technologie wird übrigens schon zum Aufladen von Smartphones verwendet.

Stromverbrauch

Viele Autofahrer und Autofahrerinnen befürchten ebenfalls, dass der erhöhte Stromverbrauch problematisch sein könnte. Dieser soll entweder zu Blackouts oder zum Bau von umweltschädlichen Kohlekraftwerken führen.
Tatsächlich ist es wahr, dass Elektroautos umwelttechnisch nur sinnvoll sind, wenn sie auch mit nachhaltigem Strom geladen werden. Da der Anteil nachhaltiger Energien in Österreich aber bei 32,6%* (Stand: 2019) liegt, Tendenz steigend, ist dies keine allzu große Herausforderung. 
Dazu kommt, dass der Stromverbrauch von Elektroautos gar nicht so hoch ist, wie viele denken. Würden von heute auf morgen alle Autofahrer auf Elektroautos umsteigen, würde der Verbrauch gerade mal um 17 % steigen. Da Entwicklung aber nur nach und nach geschieht, gibt es genügend Zeit sich darauf mit nachhaltigen Energien vorzubereiten. Darüber hinaus laden Elektroautofahrer und -fahrerinnen typischerweise ihre Fahrzeuge über Nacht Zuhause. Eine Zeit, in der typischerweise mehr Strom produziert wird, als benötigt wird.
*Laut Bruttoenergieverbrauch. Quelle: bmnt; "Energie in Österreich 2019", S.26.

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