Alternative Kraftstoffe: Stärken, Schwächen, Chancen

Die Erdölreserven schwinden, die Umweltbelastung steigt stetig. Fossile Brennstoffe werden nicht für immer eine Option bleiben. Experten wetteifern darum, Alternativen zu finden, die sowohl wirtschaftlich als auch umweltfreundlich sind. Ob sich Erdgas, Bioethanol, Elektroautos und Co. durchsetzen werden, erfahrt ihr hier.
Marlene Dorn 06. September 2018

Fossile Brennstoffe sind limitiert

Erdöl ist die Grundressource für Benzin und Diesel und gehört zu den nicht erneuerbaren Ressourcen der Erde. Es ist also nur begrenzt abbaubar. Wie lange genau die Erdölreserven noch halten, ist schwer zu bestimmen. 


Würde die Nachfrage konstant so bleiben, wie sie momentan ist, wird das Erdöl noch circa 40 bis 50 Jahre reichen. Das könnte ein Großteil der Erdbevölkerung noch miterleben. Da die Nachfrage aber nicht konstant ist, ist es nicht ganz so einfach vorherzusehen.


Denn auf der einen Seite steigt die Nachfrage nach Diesel und Benzin in Entwicklungsländern und auf der anderen Seite sinkt sie andernorts aufgrund der steigenden Anzahl von Elektroautos und dem Einsatz von Gegenmaßnahmen.


Was aber feststeht ist: Ob die tatsächlichen Ressourcen nun früher oder später, als was die statische Reichweite angibt, reicht, ist fast schon Haarspalterei. Fakt ist und bleibt, dass das Erdöl limitiert ist. Eine Alternative muss her - alternative Kraftstoffe, um genau zu sein.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

Alternative Kraftstoffe zu Diesel und Benzin gibt es schon lange. Die ersten Autos mit Elektromotor entstanden sogar etwas vor dem ersten Verbrennungsmotor. Dasselbe gilt für Fahrzeuge mit Erdgasantrieb.

Selbst im 2. Weltkrieg verwendete man auf Seiten der Nationalsozialisten spezielle Zusätze in der Treibstoffproduktion, um weniger Erdöl zu verbrauchen. Eine Methode, die in den letzten Jahren wieder eingeführt wurde, jedoch der Umwelt zuliebe. 


Viele Diesel- und Benzinalternativen sind also nicht neu. Allerdings gewannen sie in den letzten 20 bis 30 Jahren im Namen des Umweltschutzes wieder an Bedeutung. Immerhin sind fossile Brennstoffe im Verkehr an rund 23% aller weltweiten CO2-Emissionen schuld. Die Hoffnung ist es daher, alternative Kraftstoffe zu entwickeln, die wesentlich umweltschonender sind als Diesel und Benzin, aber dennoch benutzerfreundlich.


Ansätze dafür gibt es genügend. Manche Forscher setzen dafür auf Gase, manche auf die Weiterverarbeitung von Pflanzen, auch die Verbrennung von Wasserstoff ist eine Möglichkeit. Der bisher aber erfolgreichste alternative Kraftstoff ist Strom.


Welcher alternative Kraftstoff sich allerdings letztendlich durchsetzt und ob nur aus der Not heraus oder weil er tatsächlich besser geeignet ist, steht noch in den Sternen. Am Ende wird der Erfolg oder der Niedergang einer Alternative von vielen kleineren Faktoren bestimmt werden.

 

  • Kosteneffizienz
  • Umweltfreundlichkeit
  • Politische Unterstützung
  • Forschungsengagement
  • Öffentliches Interesse
  • Interesse der Autobauer
  • Verfügbarkeit

Alle Alternativen Kraftstoffe 

Strom

Strom ist momentan die beliebteste Alternative zu Benzin und Diesel. Jedes Jahr steigt der Anteil an Elektrofahrzeugen gegenüber Diesel- und Benzinfahrzeugen. Auch die Infrastruktur verbessert sich stetig. Inzwischen gibt es fast doppelt so viele E-Tankstellen wie Mineralöltankstellen in Österreich. 

Schließlich stoßen Elektromotoren im Betrieb kein einziges Gramm CO2 aus. Lediglich bei der Herstellung der Batterie gibt es Umweltbedenken.


Zudem ist Mineralöl (Öle aus Erdöl, wie Diesel und Benzin) um einiges teurer als Strom. 100 Kilometer Reichweite kosten mit einem Elektroauto bei einem Strompreis von 29,6 Cent insgesamt 4,44 Euro. 100 Kilometer mit einem Dieselfahrzeug bei 1,25 Euro pro Liter kosten dagegen 8,75 Euro - fast das doppelte.

 

Allerdings haben Elektroautos auch ihre Probleme. Die Reichweite ist geringer und die Ladezeiten länger als die eines Diesel- oder Benzinautos. Diese mögen zwar inzwischen für den Alltag vollkommen ausreichen, doch dennoch ist nicht jeder überzeugt. Und wie zuvor schon angedeutet, ist auch die Herstellung nicht ganz unbedenklich. 


Aber selbst diese Probleme werden geringer und geringer. Autohersteller sehen den Trend und arbeiten daran, Elektroautos effizienter und zukunftstauglich zu machen. Und zusätzliche Innovationen treiben den Vormarsch der Elektromobilität weiter an. 


Ein Beispiel: Forscher in Glasgow haben erst kürzlich eine neues Speichersystem für Elektroautos vorgestellt, durch welches man sein Auto mit flüssigem Strom aufladen kann. Das verkürzt die Ladezeit, sodass es nicht länger dauert als Benzin oder Diesel zu tanken. Und nebenbei ist diese Flüssigkeit auch recyclebar - also super für die Umwelt.


Wer allerdings noch mehr wissen will: Wir haben Elektroautos und allen Fragen und Problemen rund um E-Mobilität einen eigenen, umfangreichen Artikel gewidmet.

Erdgas

Historisch betrachtet gab es erdgasbetriebene Fahrzeuge noch bevor es Benzin- oder Dieselfahrzeuge gab. Zeitweise genossen sie auch große Beliebtheit, besonders zu Zeiten, als das Erdöl knapp war. 


Wie Elektroautos, wurde Erdgas schließlich aus Umweltgründen wiederentdeckt. Die CO2-Ausstöße können nämlich im Vergleich zu Diesel um etwa 10% und zu Benzin um 20% gesenkt werden. Auch andere Emissionen werden nur zu wesentlich geringeren Teilen ausgestoßen.


Darüber hinaus ist Erdgas besonders kostengünstig. Ein Kilo Erdgas kostet bloß einen Euro, während die Dieselpreise bei 1,25 Euro pro Liter liegen und die Benzinpreise sogar bei 1,3 Euro pro Liter. Darüber ist auch der Verbrauch laut Herstellerangaben niedriger als bei Diesel- und Benzinmotoren. So kann man um nur 10 Euro 250 Kilometer weit fahren. Und das Tanken geht, anders als bei Elektroautos, genauso schnell wie bei Mineralöl.

Jedoch gibt es derzeit nur 172 öffentliche Erdgastankstellen in Österreich (Stand: April 2017) und und rund 4.200 Tankstellen in ganz Europa (Stand: Juli 2018). Wer also ein Erdgasauto besitzt, muss seine Strecken immer genau planen. 


Dazu kommt, dass das Angebot an Erdgasautos vergleichsweise gering ist und der Kauf etwas teurer als der eines Autos mit Benzin- oder Dieselantriebs. Auf AUTOGOTT.AT kann man momentan 18 verschiedene Modelle mit Erdgasantrieb konfigurieren, die preislich bei 9.200 Euro beginnen (Skoda Citigo). Bei diesem Modell muss man mit einem Aufpreis von rund 800 Euro rechnen.


Wer aber ein Modell mit Erdgasantrieb haben will, das nicht serienmäßig produziert wird, kann auch umrüsten. Dies ist allerdings mit zusätzlichen Kosten verbunden, die von 2.000 bis 4.500 Euro reichen können. Für Vielfahrer kann sich dies allerdings aufgrund der günstigen Erdgaspreisen auszahlen, sobald man mehr als drei Jahre 15.000 Kilometer jährlich fährt.


Für das Tankproblem gibt es auch eine Lösung, man nennt sie “bivalenter Antrieb”. Sie sind im Prinzip das Erdgas-Pendant zu Hybridfahrzeugen, sodass man mit ihnen sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin fahren kann. Sollte man also keine Erdgastankstelle in der Nähe finden, steigt man einfach auf herkömmliches Benzin um.


Das einzige Problem das bleibt ist, dass Erdgasautos relativ wartungsintensiv sind. Lecks im Gassystem oder unerklärliches Ruckeln ist bei schlecht verarbeiteten Erdgasautos durchaus möglich. (Erdgas ist allerdings nicht giftig und Lecks gesundheitlich unbedenklich.) Auch mit dem Auspuff kann es öfters zu Problemen, wie beispielsweise Rost, kommen. Über Explosionen muss man sich allerdings keine Gedanken machen. Laut Sicherheitsexperten sind Erdgasautos da nicht bedenklicher als Autos mit Mineralölantrieb.


Insgesamt ist Erdgas eine sehr interessante und vielversprechende Alternative. Sie ist im Betrieb kostensparend und sehr umweltfreundlich. Leider fehlt momentan die Infrastruktur und das öffentliche Interesse an dieser Art von Antrieb. Zudem handelt es sich auch hier um eine fossile Ressource, die nicht ewig halten wird. Dennoch ist Erdgas neben Strom einer der wohl vielversprechendsten Ansätze für alternative Kraftstoffe.

Bioethanol

Ethanol wird üblicherweise getrunken - denn das ist die chemische Bezeichnung für trinkbaren Alkohol. Allerdings haben Wissenschaftler auch einen Weg gefunden, Bioethanol, also Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen, als Treibstoff einzusetzen.


In der Nutzung sind die CO2-Emissionen von Bioethanol gleich null. Nicht, weil beim Verbrennen des Treibstoffes kein CO2 anfällt, sondern weil das ausgestoßene CO2 bereits vor dem Wachstum der Pflanzen in der Atmosphäre enthalten war. 


Die Pflanzen nehmen das CO2 auf, wachsen dadurch, wir verarbeiten es, es wird verbrannt und das CO2 wird wieder ausgestoßen. Danach beginnt alles wieder von vorne und so bildet sich ein Kreislauf. 


Das Stichwort hier ist allerdings “in der Nutzung gleich null” - denn die Produktion, der Transport und die Verarbeitung verursachen dennoch CO2. Im Vergleich zu Benzin fallen die Treibhausgasemissionen dennoch um 50 Prozent - eine beachtliche Summe.

Die Kosten für Bioethanol halten sich ebenfalls gering. Pro Liter Bioethanolmischung E85 muss man mit 1,05 Euro rechnen, im Gegensatz zu Benzin mit 1,30 Euro.


Dafür ist allerdings auch der Energieinhalt eines Liters geringer. Bei einem Verbrauch von 10,4 Liter pro 100 Kilometer reicht ein Liter Bioethanol für rund 9,5 Kilometer, ein Liter Benzin dagegen kommt auf 10 Kilometer.


Normalerweise wird Bioethanol vor allem aus Feldfrüchten mit hohem Zucker- oder Stärkegehalt hergestellt. Dies können zum Beispiel Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben oder Mais sein. Außerdem ist es auch möglich, Nahrungsmittelüberschüsse für die Herstellung zu verwenden, sodass etwas, das sonst nur Müll wäre, als Kraftstoff verwendet werden kann.


Je nach Pflanze variiert die tatsächliche Effizienz des Bioethanols aus einer gesamtheitlichen Sicht allerdings sehr. Ein Liter Bioethanol aus Getreide hat zwar eine ähnliche Reichweite wie ein Liter aus Zuckerrüben, allerdings ist stattdessen der Hektarertrag entscheidend.


Aus einem Hektarertrag Getreide (5,5 Tonnen) kann man beispielsweise nämlich nur eine Reichweite von 20.000 Kilometer erzeugen, während mit einem Hektarertrag Zuckerrüben (62 Tonnen) 62.000 Kilometer, also mehr als das dreifache, möglich ist. 


Der Hektarertrag ist deswegen so wichtig, weil es nicht unendlich viel Anbauplatz gibt. Der größte Kritikpunkt an der Nutzung von Bioethanol liegt nämlich genau dort. Weil Unmengen an Biomasse für die Versorgung des gesamten Verkehrs benötigt werden würden, würde man viel mehr Landwirtschaft betreiben müssen. Dadurch würde der Boden verbraucht werden, bis man ihn nicht mehr nutzen kann. Die Verwendung von Pestiziden wäre ebenfalls ein großes Problem.


Die Verwendung von reinem Bioethanol ist daher eine umstrittene Lösung und für viele umweltpolitisch keine Option. Aber nutzlos ist Bioethanol deswegen nicht: Man kann es mit Benzin mischen, um eine etwas umweltfreundlichere und erdölsparendere Version des Benzins zu erhalten. 


In Österreich gibt es zur Zeit zwei Arten von Beimischformen: E5 und E85. Dabei steht das E für Bioethanol und die Zahl dahinter für den Prozentsatz. In E5 sind also 5% Bioethanol enthalten und 95% Benzin.


Mit einem herkömmlichen Verbrennungsmotor kann man übrigens E5 tanken, alles darüber allerdings nicht. Dafür benötigt man ein sogenanntes “FlexiFuel Vehicle”, ein Fahrzeug, das durch mehrere Treibstoffe gleichzeitig betrieben werden kann.


Als Fazit lässt sich sagen, dass Bioethanol eine durchaus positive Ergänzung zu den Kraftstoffarten ist. Es ist umweltfreundlich, erneuerbar und kostengünstiger als herkömmliches Benzin. Ersetzen kann Bioethanol Benzin und Diesel allerdings nicht, da eine dementsprechend flächendeckende Produktion nicht möglich ist. Stattdessen mindert es als Beimischung die negativen Effekte von Mineralöltreibstoffen.

Biodiesel

Ein naher Verwandter des Bioethanols ist der Biodiesel. Auch dieser wird aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Allerdings werden dafür nicht Zucker und Stärke verwendet, sondern Öle.

Die Öle können sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs sein. Diese werden dann mittels Methanol zu Biodiesel verarbeitet, sodass sie als Kraftstoff verwendet werden können. Auch Altöle und -fette können verwendet werden. Dies passiert allerdings seltener. Trotzdem kann dem Biodiesel dadurch ein zusätzlicher Recycling-Aspekt hinzugefügt werden.


Wie bei der Nutzung von Bioethanol ist Biodiesel theoretisch CO2-neutral, da nur CO2 ausgestoßen wird, das vorher schon in der Atmosphäre war. In der Produktion und dem Transport fallen dennoch Schadstoffe an. Trotzdem ist der Biodiesel bei der Betrachtung der Emissionen um einiges umweltfreundlicher als Mineralöldiesel. Die einzige Ausnahme sind Stickoxide, denn diese entstehen bei Biodiesel häufiger. 


Wie umweltfreundlich der Biodiesel genau ist, ist allerdings schwer zu sagen. Manche Experten sprechen von einer 86% besseren Klimabilanz, andere nur von 20%. 


Teils erklärt sich die Differenz durch die Nutzung unterschiedlicher Öle, die unterschiedlich effizient sind. Auch die Anbaumethode spielt eine große Rolle. Werden dafür zum Beispiel große Flächen gerodet, fällt die Klimabilanz gleich viel schlechter aus. Ob bei der Produktion und Herstellung anfällige Nebenprodukte weiterverwertet werden, spielt ebenfalls eine Rolle. Wie immer gilt also, der Teufel steckt in den Details.


Biodiesel ist für circa einen Euro pro Liter erhältlich. Damit ist er billiger als Mineralöldiesel. 18,5 Kilometer Reichweite pro Liter (bei einem Verbrauch von 6,5 Liter pro 100 Kilometer) sind auch nicht zu verachten. Dagegen schafft Mineralöldiesel bei gleichem Verbrauch nur 15 Kilometer.


Trotz allem sind Umweltorganisationen wie Greenpeace gegen Biodiesel. Denn nur weil “Bio” draufsteht, ist es leider noch nicht gut für den Körper. Genauso wie Mineralöldiesel kann Biodiesel krebserregend sein.


Zudem hat Biodiesel dasselbe Problem wie Bioethanol. Nämlich ein Platzproblem. Auch hier würde man große Mengen Anbauflächen benötigen, um Biodiesel im großen Stil zu produzieren. In Deutschland könnte man realistisch gesehen nur 5% des im Verkehrssektor benötigten Diesel durch Biodiesel ersetzen.


Aus diesem Grund wird auch hier gemischt, statt auf eine 100 prozentigen Ersatz zu setzen. Nur statt es Benzin beizumischen, wird es herkömmlichen Mineralöldiesel zugesetzt. Normalerweise findet diese Mischung als B7, also 7% Biodiesel, 93% “normalen” Diesel, statt. B7 kann bedenkenlos von jedem Dieselfahrzeug getankt werden. Bei einem höheren Anteil muss erst klargestellt werden, ob das Fahrzeug dafür geeignet ist.


Was aber feststeht ist: Biodiesel ist für die Umwelt besser geeignet als reiner Mineralöldiesel. Auch bei den Kosten kann er punkten. Allerdings ist er gesundheitlich genauso bedenklich wie herkömmlicher Diesel.


Es wird zwar vermutlich keine Zukunft geben, in der sich Biodiesel als einziger Treibstoff durchsetzt, allerdings hilft es in der Zwischenzeit als Übergangslösung in Form von Beimischungen.

Brennstoffzellen

Ein zukünftig großer Konkurrent der Elektroautos könnten Brennstoffzellenfahrzeuge sein. Davon sind zumindest viele hochrangige Manager bei großen Autoherstellern überzeugt. Dabei sind Brennstoffzellenfahrzeuge gar nicht so anders als Elektrofahrzeug - beide benutzen im Endeffekt Strom als Antrieb. Der Unterschied: Brennstoffzellenautos sind kleine Kraftwerke, die sich ihren Strom an Bord selber herstellen.

Brennstoffzellen Auto Toyota Mirai
© Toyota

Damit das funktioniert, werden die Fahrzeuge mit den Energieträgern Wasserstoff oder Methanol beladen. Diese werden dann innerhalb der Brennstoffzellen in Strom umgewandelt und so kann der Elektromotor gespeist werden oder auch Energie in Traktionsbatterien zwischengespeichert werden.


Umwelttechnisch verhalten sich Brennstoffzellenautos ebenfalls ähnlich wie Elektroautos. Während des Fahrens sind sie nämlich vollkommen “sauber”. Lediglich Wasserdampf entsteht - das würde höchstens für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen. Da sie aber dennoch oft dieselben Batterien wie Elektrofahrzeuge verwenden, sind sie nicht komplett unbedenklich. Auch, wenn die Batterien in Brennstoffzellen kleiner sind.


Dazu kommt, dass die Gewinnung von Wasserstoff und Methanol zusätzlich sehr energieaufwendig ist. Die tatsächlichen CO2-Emissionen im Betrieb liegen daher nicht bei null. Toyota gibt für sein Modell Toyota Mirai zum Beispiel an, dass das Auto 121 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt. Ein gleichwertiges Auto mit Benzinantrieb stößt dagegen oft das doppelte aus.


Woher die benötigten Ressourcen zur flächendeckenden Versorgung eines Brennstoffzellenverkehrs kommen soll, weiß man derzeit noch nicht. Die benötigten Ressourcen sind derzeit nämlich noch nicht zugänglich. Sollen Brennstoffzellen weiter gefördert werden, muss eine Lösung entwickelt werden.


Dafür haben Brennstoffzellen im Vergleich zu Elektroautos beim Tanken die Oberhand: Diese lassen sich nämlich fast so schnell betanken, wie Diesel und Benzin. Darüber hinaus haben sie eine leicht höhere Reichweite. Während 500 Kilometer bei Elektroautos eher im High-End liegt, ist solch eine Reichweite bei Brennstoffzellenautos Alltag.


Mit einer guten Infrastruktur kann Brennstoffzellentechnologie allerdings nicht prahlen. Österreichweit gibt es gerade mal fünf operierende Wasserstofftankstellen. (Eine Übersicht aller Wasserstofftankstellen Europas gibt es hier.)


Erschreckend ist auch, dass der Preis für ein Kilogramm Wasserstoff bei circa neun Euro liegt. Das wäre natürlich weniger tragisch, wenn dafür die Reichweite entsprechend hoch wäre, aber mit einem Kilogramm kommt man gerade mal 100 Kilometer weit. Im Vergleich: Ein Erdgasauto kann um einen Euro mehr das 2,5-fache.


Alles in allem sind Brennstoffzellenautos theoretisch eine würdige Alternative zu Diesel, Benzin, aber auch zu Elektroautos. Derzeit haben sie allerdings noch ihre eigenen Problematiken, die sich teilweise mit denen von Elektroautos decken. Es geht auch um hohe Treibstoffkosten und fehlende Infrastruktur. Sollten diese Probleme aber gelöst werden, sieht es nach einer strahlenden Zukunft für die Kraftwerke auf Rädern aus.

Einen ausführlichen Artikel um alles rund um Wasserstoff- und Brennstoffzellenautos gibt es hier.

Biogas und Bioerdgas

Kann man Mist als Treibstoff verwenden? Bei Biogas lautet die Antwort: Ja! Doch nicht nur aus Mist und Gülle, sondern auch aus vielen anderen organischen Rohstoffen kann dieses sonderbare Gas hergestellt werden.


Zum Beispiel:

  • Speisereste, Klärschlamm, Bioabfall
  • Organische Dünger aus den “Hinterlassenschaften” von Tieren
  • Pflanzenreste
  • Energiepflanzen (Pflanzen, die extra zur Energieproduktion angebaut werden)
Herstellung von Bioerdgas

Abgesehen von seiner Herkunft ist der Treibstoff aus Biogas Erdgas sehr ähnlich. Man kann man korrekt aufbereitetes Biogas auch in Erdgasfahrzeugen verwenden. Die zum Treibstoff verarbeitete Version des Biogases nennt man nicht umsonst auch Bioerdgas.


Obwohl bereits Erdgas als umweltfreundlich gilt, kann Bioerdgas dies sogar noch übertrumpfen. Je nach Herkunft des Gases unterscheidet sich der Prozentsatz zwar, aber bei beispielsweise der Nutzung von Biogas aus Gülle kann man mit Treibhausgasreduktionen von 75% gegenüber dem ohnehin schon umweltschonenden Erdgas rechnen. Darüber hinaus ist Bioerdgas kein fossiler Treibstoff - er ist also nicht nur begrenzt verfügbar. 


Dafür ist Bioerdgas in der Herstellung teurer als, zum Beispiel, Diesel. Bioerdgas kostet pro Quadratmeter (entspricht hier etwa einem Liter Diesel) 0,75 Euro, während ein Liter Diesel nur 0,50 Euro kostet. Sollte Bioerdgas also weitgehend als Treibstoff verwendet werden, würde dies Autofahrer teurer kommen als derzeitig verwendete Treibstoffe.


Wie auch bei anderen Biokraftstoffen, wie Biodiesel oder Bioethanol, wird auch Bioerdgas besonders gerne als Beimischung verwendet. Einige Busse in Salzburg werden beispielsweise durch eine Mischung aus 60% fossilem und 40% Bioerdgas betrieben. Und in der Schweiz bieten viele Tankstellen “Naturgas” an, eine Mischung von Erdgas und Bioerdgas zu mindestens 10%.


Ansonsten wird Bioerdgas momentan kaum als Treibstoff verwendet, schließlich ist schon die Nutzung von “normalen” Erdgas als KFZ-Kraftstoff gering. 


Sollten sich allerdings Erdgasfahrzeuge schließlich durchsetzen, wir auch Bioerdgas zunehmend eine größere Rolle spielen - insbesondere im Nahmen der Umwelt.

Alternative Kraftstoffe im Vergleich

Fazit

Vor allem im Punkt Anschaffungskosten können die meisten Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (noch) nicht mit Diesel- oder Benzinfahrzeugen mithalten. Viele Technologien sind außerdem derzeit nicht ausgereift. 


Dafür haben alternative Treibstoffe andere Stärken: Viele punkten mit geringen Treibstoffkosten und natürlich sehr geringen Treibhausgasen sowie einer besonders umweltfreundlichen Nutzung.


Früher oder später wird Mineralöl alternativen Treibstoffen Platz machen müssen. Das heißt allerdings nicht, dass sich jede Alternative durchsetzt. Langfristig werden zum Beispiel Bioethanol und Biodiesel vermutlich keine Zukunft haben, da mehr Ressourcen benötigt werden würden, als produzierbar sind. 


Dafür sollte man aber Bennstoffzellenautos im Auge behalten. Sie sind zwar momentan sehr kostenineffizient und kaum leistbar, doch das große Interesse der Autohersteller an dieser Technologie verspricht, dass daran noch viel gearbeitet werden wird.


Erdgas und Bioerdgas als Kraftstoff ist schon lange eine Option, die konstant präsent ist, aber nie den großen Durchbruch geschafft hat. Eigentlich besitzen Erdgasautos großes Potenzial - umweltfreundlich, günstige Anschaffung, niedrige Treibstoffpreise - doch dennoch mangelndes Interesse verwehrte Erdgas und Bioerdgas bislang den großen Aufstieg. Aber es schadet dennoch nicht, Erdgasautos im Hinterkopf zu behalten. Man weiß ja nie.


Doch der große Gewinner sind nach wie vor Elektroautos. Im Vergleich sind sie nicht notwendigerweise in alle Kategorien die beste Wahl. Aber das große öffentliche Interesse und sowohl wissenschaftliche als auch politische Engagement bauen E-Mobilität einen Highway in die Zukunft.


Aber wer weiß, es kann noch viel passieren.

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