Autos abonnieren wie Netflix - Lynk & Co macht's vor

07. August 2019
(Update) Auto abonnieren, statt kaufen – das bietet die Lifestyle-Automarke Lynk & Co. Aber die Marke besticht auch durch digitalen Hi-Tech, Carsharing-Funktion, Onlinevertrieb, Pop-up Stores und all-inclusive Modelle.
Marlene Dorn
© Geely

Geschätzte Lesezeit: 16 Minuten

Inhaltsverzeichnis:


Wieso denn Autos immer gleich kaufen? Filme, Serien und Musik kauft man doch auch schon lange nicht mehr. Stattdessen abonniert man sie. 

Einfach eine monatliche Summe zahlen und das Objekt der Begierde unlimitiert nutzen. Und wenn man die Nase voll hat, kann man den Service einfach kündigen. Mit diesem System hatte schon Netflix und Spotify Erfolg.  Jetzt soll dieses Modell auch in der Autoindustrie Einzug halten. Das plant zumindest eine neue Automarke mit schwedisch-chinesischen Genen: Lynk & Co heißt sie.

WER ODER WAS IST LYNK & CO?

Lynk & Co ist eine junge, 2016 gegründete Automarke des chinesischen Autoherstellers Geely. Das ist derselbe Mutterkonzern, der der schwedischen Automarke Volvo in den letzten Jahren zum Erfolg verholfen hat. Lynk & Co ist also nicht von schlechten Eltern. Auch smart ist Teil des Geely-Portfolios geworden.

Dadurch ist Lynk & Co zwar vor allem chinesisch, aber da sich die Marke viel von seinem großem Bruder Volvo abschaut, muss man sich dennoch nicht vor Billigware fürchten. Stattdessen wird das Beste aus beiden Welten zusammengesetzt: Europäische Technik und Luxus zu günstigen Preisen durch moderne asiatische Preisansätze. Kein Wunder also, das Lynk & Cos Motto „Leistbarer Luxus“ lautet.

Das Besondere an Lynk & Co sind allerdings vor allem frische Ideen zum Thema Auto. Die Marke will nämlich so einiges revolutionieren – wie man Autos kauft, nutzt und betrachtet, zum Beispiel. Um das zu erreichen, wendet sich Lynk & Co vor allem an urbane, offene und junge Menschen, die neue Technologien mit Vorliebe als Erster adaptieren. Lynk & Co will damit die Automarke für „junge Professionelle“ sein.

© Geely

Das erkennt man laut Lynk & Co-Chef Alain Visser auch schon am Markennamen: „Lynk“ steht für Link und das Co steht nicht etwa für Company, sondern für „weiteres“, im Sinne von et cetera.

Kurz: Lynk & Co = Digitale Vernetztheit und Ähnliches

Der Name soll mehr an ein Modellabel erinnern, als eine Automarke. Lynk & Co will nämlich nicht nur state-of-the-art, sondern auch ein (Fashion-)Statement sein. In diesem Zusammenhang hatte Lynk & Co auch bereits eine Kooperation mit der Plattform Tictail, wobei Lynk & Co seine eigene limitierte Fashionlinie mit dem Namen „The City Dweller Series“ herausgebracht hat.

Momentan verkauft Lynk & Co seine Modelle zwar nur in Asien, Ende 2020 wird die Marke allerdings auch nach Europa expandieren. Und das sogar mit einigen Features, die es nur in Europa geben wird, wie das neue Vertriebssystem.

DAS KANN LYNK & CO

VERTRIEBSMODELL À LA EXTRAORDINAIRE

Wer kein Auto kaufen kann oder will aber Carsharing auch nicht wirklich toll findet (oder es einfach durch kleine Geschäftsgebiete keine Option ist), könnte sich glatt in das neue Geschäftsmodell von Lynk & Co verlieben:

In Europa soll man nämlich zukünftig die Autos von Lynk & Co, Netflix ähnlich, für verschiedene Zeitfenster abonnieren können. Heißt, in der gewählten Zeit kannst du frei über das Auto verfügen. Um Versicherung und Wartungsarbeiten, beziehungsweise –kosten, muss man sich nicht kümmern. Sogar Internet ist inkludiert. Und wenn man sein Lynk & Co Auto nicht mehr will oder braucht, gibt man es einfach zurück.

So ist man nicht an ein Auto gebunden, wie man es bei einem Kauf wäre, man muss es sich aber trotzdem nicht teilen, wie bei Carsharing. Auf ein Geschäftsgebiet muss man auch keine Rücksicht nehmen – Lynk & Co Kunden werden ganz einfach wann und wo fahren, wie sie wollen.

Wen diese Art von Autonutzung interessiert, wird sein Fahrzeug ganz einfach online für verschiedene Zeiträume (auf Monatsbasis) abonnieren können. Innerhalb kürzester Zeit steht dann das Auto vor der Haustüre – kein Abholen nötig.

Durch das Abo-basierte Verkaufsmodell sieht sich Lynk & Co selber auch weniger als Konkurrenz zu VW, Toyota, Audi oder anderen Automarken, und fokussiert sich stattdessen auf Uber und Carsharing-Unternehmen.

Eine kürzlich durchgeführte Studie von Oliver Wyman hat übrigens ergeben, dass immerhin 26% der 500 deutschen Befragten Interesse an einem Abo-Modell hätten. Gerade im hochpreisigen Segment reizt es viele Leute, das Auto regelmäßig wechseln zu können: Dieses Monat einen SUV, im nächsten lieber eine Limousine, zum Beispiel.

Wer dennoch an einem Kauf oder an Leasing eines Lynk & Co Autos interessiert ist, wird auf seine Kosten kommen, denn dies ist ebenfalls möglich.

KEIN CARSHARING, ABER TROTZDEM CAR SHAREN

Durch das Abo-Modell verfügt man über das abonnierte Fahrzeug fast so, als ob es das eigene wäre. So kann man sich darin auch richtig wohl fühlen. Wer sein abonniertes Auto allerdings nicht so oft benutzt, kann es zwischendurch per Knopfdruck für Carsharing freigeben. Dann können es sich andere Leute zwischendurch ausborgen. Man muss sein Auto also nicht teilen – kann es aber.

Dafür verwendet man eine App und, wie es Lynk & Co nennt, den „weltweit ersten Share-Button im Auto“. Der Besitzer legt einfach eine Zeit fest, in der das Auto verfügbar ist und andere Lynk & Co App-Nutzer können sich das Auto in der Zeit ausborgen. Dabei bleiben momentan noch Fragen offen, wie zum Beispiel, was passiert, wenn man das Auto nicht rechtzeitig zurückbekommt oder wie weit es vom ursprünglichen Parkplatz zurückgegeben werden darf. Man will sich ja schließlich kein Lynk & Co Auto ausborgen müssen, nur um sein eigenes zurückzuholen.

Auch ungeklärt ist, welchen Anreiz es gibt, sein abonniertes Auto zu teilen. Es ist anzunehmen, dass man dadurch etwas Geld verdienen kann, offiziell bestätigt ist allerdings noch nichts. Sollte dies allerdings der Fall sein, würde dies ein Lynk & Co Abo für alle mit einem begrenzten Budget um einiges günstiger machen.

ONLINE KAUFEN, STATT ZUM AUTOHÄNDLER GEHEN

Gut, dass laut einer unserer Umfragen bereits 43% aller Autokäufer bereit sind, Autos bedingungslos rein online zu kaufen: Denn Autos von Lynk & Co wird man in Europa auch gar nicht anders erhalten können. Die Autos kann man dann online bestellen und diese werden dann einfach vor die Haustür des Kunden geliefert.

Man wird die sie zwar in sogenannten „Offline-Stores“ in Amsterdam, Barcelona, Berlin, Brüssel und London anschauen und vermutlich auch Probe fahren können, ein Händlernetzwerk, wie es für Autohersteller typisch ist, wird es aber nicht geben. Und auch wenn dies zunächst unpraktisch scheint, soll dies dem Konsumenten zugute kommen. Händlernetzwerke sind nämlich einer der Hauptkosten eines Autoherstellers – wenn man darauf verzichtet, kommt das den Hersteller und die Kunden um vieles günstiger.

Auch wer nicht die Reise in eine der vier Offline-Stores antreten möchte, muss deswegen nicht auf den Vorab-Anblick verzichten.  Lynk & Co hat angekündigt, dass die Marke via Pop-Up-Stores ständig durch Europa touren und dabei auch, unter anderem, Wien besuchen wird. Diese verweilen dann zwischen zwei Tagen und einer Woche vor Ort, während welchen man sich dann die Lynk & Co Fahrzeuge anschauen und sich darüber informieren kann.

Normalerweise müsste man sich als Kunde bei Onlinevertrieb Sorgen darum machen, wo man hin soll, wenn Reparaturen und Wartungen anstehen. Aber auch darum will sich Lynk & Co kümmern. Alain Visser äußerte sich dazu folgendermaßen:

“Wir haben das noch nicht fixiert, aber gehen davon aus, dass unsere Volvo-Händler diesen Part übernehmen werden. Wobei wir das Auto bei unseren Kunden abholen, in die Werkstatt und auch wieder zurückbringen.“

DER LINK IN LYNK & CO

Für eine Automarke, die sich vornimmt, stets am Zahn der Zeit zu stehen, ist digitale Vernetzung und Hi-Tech ein Muss.  Das äußert sich nicht nur durch kabelloses Laden von Smartphones im Auto, was inzwischen in vielen neueren Modellen möglich ist, sondern auch dadurch, dass Apps im Auto dem Fahrer beispielsweise verraten, wo der nächste leere Parkplatz ist.

Lynk & Co Autos kommunizieren nämlich untereinander, sodass solche Informationen immer bereit stehen. Internet ist selbstverständlich schon in den Autos inkludiert und Apple CarPlay, Android Auto und MirrorLink Integration ist auch dabei. Die Apps für den Lynk & Co App Store werden nicht nur von Lynk & Co selbst kommen, sondern auch von unabhängigen Entwicklern, sodass eine große Vielfalt an nützlichen Apps geboten werden kann.

Lynk & Co nennt seine Autos nicht umsonst liebevoll „Smartphone auf Rädern“. Dieser Spitzname erinnert auch an eine weitere chinesische Automarke: BYTON, dessen Name so viel bedeutet wie "Bytes on Wheels"

KLEINE AUSWAHL, ABER VIEL PERSÖNLICHKEIT

Anders als bei vielen anderen Automarken, soll die Auswahl der Modelle stark vereinfacht werden. Lynk & Co sagt „ciao“ zu Basismodellen, Ausstattungspaketen und Sonderausstattungen und bietet stattdessen pro Modell vier all-inclusive Ausstattungsvarianten. Dadurch werden gerade junge Autofahrer bei der Auswahl nicht überfordert. Erfahrenere Autokäufer könnten den hohen Individualisierungsgrad allerdings vermissen.

Dafür lässt sich das Aussehen des eigenen Lynk & Cos bis ins kleinste Detail personalisieren. Schließlich sieht sich Lynk & Co auch zu einem Teil als Modemarke – Aussehen ist daher wichtig. Die Marke bietet deshalb eine große Farbauswahl. Nicht nur in der Lackierung, sondern beispielsweise auch bei den Felgen und den Zierleisten am Heck und an der Front.

ALLE MODELLE VON LYNK & CO

Bisher hat Lynk & Co drei Modelle vorgestellt. Jedes trägt als Namen ganz einfach eine bescheidene Nummer. So wurden schon der Lynk & Co 01, der Lynk & Co 02 und der Lynk & Co 03 präsentiert, wobei es sich beim 03 bisher nur um ein Konzeptauto handelt.

In China sind der 01 und der 02, beides SUVs, bereits erhältlich, der 03, eine Limousine, soll schon Ende 2018 folgen. In Europa muss man sich noch bis Ende 2020 gedulden, dafür ist anzunehmen, dass man sofort alle Modelle zur Verfügung hat.

LYNK & CO 01

Der Lynk & Co 01 ist ein Kompakt-SUV, der seit Ende 2017 in China verkauft wird. Dabei basiert das Modell auf demselben Grundstein wie der Volvo XC40, nämlich der CMA-Plattform, welche den Autobau flexibler gestalten und die Sicherheit beim Fahren erhöhen soll. Auch sonst hat Volvo Lynk & Co kräftig beim Konzept und Bau unterstützt. Beispielsweise stammen die Motoren und Sicherheitssysteme ebenfalls von Volvo. Wer also die Technik von Volvo sympathisch findet, kann auf jeden Fall auch auf den Lynk & Co 01 zählen. Dazu kommen auch andere Features, wie serienmäßige LED-Scheinwerfer und ein Panoramadach

Das Äußere des Kompakt-SUVs macht ebenfalls einen soliden Eindruck. Als kleiner Bruder des Volvo XC40 sind auch hier einige Ähnlichkeiten zu erkennen. Die Grundform der beiden Fahrzeuge ist beinahe dieselbe, der Volvo XC40 hat lediglich mehr Ecken und Kanten, während der Lynk & Co 01 auf Rundungen und weiche Übergänge setzt. Die Rückleuchten sitzen beim 01 weiter unten und verlaufen in einer klassischeren Form als beim XC40. Außerdem sitzen die Frontscheinwerfer des 01 beinahe auf der Motorhaube. 

Das Innere des Lynk & CO 01 wirkt zum größten Teil hochwertig. Ein großflächiger, leicht zum Fahrer geneigter Touchscreen dominiert die Mitte des Cockpits, weitere Buttons gibt es wenige. Die Sitze werden standardmäßig aus Leder hergestellt. Hier und da können optional einige farbige Akzente gesetzt werden, was das Auftreten des Lynk & Co 01 auch für das Auge aufregend gestaltet. Leider trüben allerdings ein paar wenige billige Hartplastikteile den Anblick.

Erhältlich ist der 01 in China nur als Benziner und Hybridfahrzeug. Heißt: weder Diesel- noch Elektroautofans kommen hundertprozentig auf ihre Kosten. Dafür wurde ein Mittelweg gewählt.

Der Benziner besitzt einen 190 PS starken zwei Liter Motor und schafft damit laut Lynk & Co eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Auf Wunsch ist der SUV auch mit Allradantrieb verfügbar.

Der Plug-in-Hybrid dagegen besitzt einen leicht schwächeren 180 PS 1,5 Liter Motor, zusammen mit einem 82 PS starken Elektromotor, der eine Reichweite von 51 Kilometer besitzt.

Alain Visser, CEO von Lynk & Co, hat allerdings verlauten lassen, dass es alle Modelle in Europa nur als Plug-in-Hybrid oder Elektroauto geben wird. Das heißt, den Benzin Lynk & Co 01 Benziner wird in Europa nicht erhältlich sein.

Preislich wird der Lynk & Co 01 in derselben Liga spielen, wie der Volvo XC40. Wer seinen Lynk & Co also nicht abonnieren, sondern kaufen will, muss mit etwas unter 30.000 Euro rechnen.

LYNK & CO 02

Lynk & Cos Nummer zwei ist ebenfalls ein SUV, jedoch kein Kompakter, sondern ein Crossover. Wie der Lynk & Co 01 bedient sich der Lynk & Co 02 der CMA-Plattform von Volvo. Vieles der Technologie, wie der Motor und die Sicherheitssysteme, wurde wieder vom Volvo XC40 übernommen. Damit bringt Lynk & Co zwar keine revolutionäre Technik in dem Bereich heraus, bietet aber eine solide und vertrauenswürdige Basis. Touchscreen, LED-Scheinwerfer, Ledersitze und viele weitere für den 01 typische Features sind auch dabei.

Laut Lynk & Co Design-Chef Andreas Nilsson soll der Lynk & Co 02 das Herz der Marke darstellen:

„Sportlich, abenteuerlich, dynamisch, herausfordernd, selbstsicher und spaßig: Der 02 sitzt im absoluten Zentrum unserer Marke. Ein kürzerer Radstand, niedrigere Fahrhöhe und Gewichtsschwerpunkt – kombiniert mit einem zweifarbigen Designschema und weicheren, üppigen Oberflächen, muskulösen Hüften und Radläufen – gibt dem 02 eine solide und selbstsichere Haltung, wobei er trotzdem seinen sportlichen und agilen Charakter erhält. Er ist sofort als ein Mitglied der Lynk & Co Familie erkenntlich, ist aber von innen und außen einzigartig. Der 02 ist ein wahrlich herausstechender Hingucker in unserem Line-Up.“

Dennoch unterscheidet sich der Lynk & Co 02 designtechnisch kaum vom 01. Länge, Höhe und Radstand habe alle minimal abgenommen, in die Breite ist er ein paar Zentimeter gewachsen. Die Schnauze wirkt etwas kürzer, die Räder etwas größer – das war’s aber auch schon. Innen gleichen sich die beiden Modelle ebenfalls. Komfortabel, modern, einladend; Aber mit der einen oder anderen Sparmaßnahme hier und da.

Momentan handelt es sich bei dem Lynk & Co 02 um einen reinen Benziner, eine Plug-in-Hybrid-Version soll aber noch Ende 2018 folgen. Der Benziner hat wieder einen gleich starken Motor von 190 PS. Inkludiert ist standardmäßig nur ein Frontantrieb, Allradantrieb ist allerdings möglich. Zusätzlich zu der Automatikschaltung gibt es optional auch, anders als im Lynk & Co 01, ein Schaltgetriebe.

Der Lynk & Co 02 wird in Europa nur als Plug-in-Hybrid erhältlich sein, wie auch schon beim Lynk & Co 01.

Nach zwei SUVs ist schließlich eine Lynk & Co Limousine auf den Markt gekommen. Im April 2017 wurde der Lynk & Co erstmals als Konzept vorgestellt, doch Ende des Jahres 2018 konnten sich bereits die ersten chinesischen Kunden über ihre neue Lynk & Co Limousine freuen können.

Wie bisher alle Lynk & Co Autos basiert auch der Lynk & Co 03 auf der CMA-Plattform. Große Teile der Technik und der Ausstattung werden auch wieder hier von anderen Lynk & Co Modelle, beziehungsweise dem Volvo XC40 und dem S40, übernommen. Heißt, auch hier kann man sich auf LED-Lichter, einen zentralen und gut integrierten Touchscreen und solide Sicherheitssysteme freuen. 

Als Limousine sieht der Lynk & Co natürlich um einiges anders als seine SUV Geschwister aus, teilt sich aber dennoch deutlich dieselbe Formsprache. Auch hier sitzen die Frontscheinwerfer sehr weit oben, die Linien verlaufen großteils glatt und geschmeidig.

© Geely

Das Volvo-Pendant und Vorbild zum 03 ist der Volvo S40. Jedoch ähneln sich die zwei Modelle bei weitem nicht so sehr wie der Lynk & Co 01 und der Volvo XC40. Man merkt, dass sich Lynk & Co weiterentwickelt. 

Im Vergleich wirkt der Lynk & Co 03 wesentlich kürzer und kompakter als andere Limousinen. Dadurch büßt der 03 zwar etwas von dem eleganten Design ein, welches viele Limousinen besitzen, doch das hat auch seine Vorzüge: Schließlich will Lynk & Co vor allem eine Marke für urbane Menschen sein. Und da sind kürzere, wendige Autos einfach von Vorteil. Besonders bei der Parkplatzsuche.

Im Inneren des Lynk & Co 03 erwartet einen aber wieder ein gewohnter Anblick, im Guten als auch im Schlechten. Denn nützliche Details und Technologien, wie der Touchscreen und ein Multifunktionslenkrad sowie ein ansprechendes Design sind wieder mit dabei, aber ebenfalls weniger hochwertige Designelemente aus Hartplastik.

Im Moment ist der Lynk & Co 03 in China nur als Benziner erhältlich. Ein Plug-in-Hybrid wird jedoch folgen. Sollte die Limousine es nach Europa schaffen, wird sie hier nur als Hybrid verfügbar sein, denn laut Alain Visser, CEO von Lynk & Co, möchte man nur elektrifizierte Varianten in Europa anbieten.

Die Basisvariante des Lynk & Co 03 hat 156 PS, Vorderradantrieb und ein Schaltgetriebe. Momentan gibt es noch zwei weitere Versionen und eine zusätzliche Performance-Variante (“Lynk & Co 03+”).

Das Leistungsmaximum der “regulären” Varianten liegt bei 190 PS. Diese hat immer noch Vorderradantrieb. Dafür gibt es aber ein DSG.

Wirklich beeindruckend sind hingegen die Daten des Lynk & Co 03+. 258 PS, Allradantrieb, Automatik und eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 5,9 Sekunden versüßen einem die Fahrt mit der Limousine.

WIE, WO UND WANN KANN MAN LYNK & CO KAUFEN?

Die ersten drei Modelle, Lynk & Co 01, Lynk & Co 02 und Lynk & Co 03 kann man bereits in China kaufen – dort verkaufen sie sich auch sehr gut (Innerhalb der ersten Stunde des 01 wurden 6.000 Modelle bestellt).

In Europa ist allerdings noch keines der Modelle erhältlich. Das soll jedoch auch nicht mehr allzu lang dauern: Ende 2020 werden die ersten Lynk & Co Modelle auf Europas Straßen fahren und Uber und Carsharing-Diensten Konkurrenz machen. Es ist nicht bekannt, ob dabei gleich alle drei verschiedene Modelle verfügbar sind.

Erhältlich werden die Autos von Lynk & Co vor allem über den schon oben beschriebenen Abo-Service sein, denn das wird der Kern der Marke in Europa werden. Dabei kann man sich bis zu viermal im Jahr ein neues Modell wünschen. Für Abwechslung ist also gesorgt.  Wer nicht abonnieren will, kann allerdings auch nur die Carsharing-Funktion nutzen. Und Kaufen und Leasen bleibt natürlich weiterhin eine Option.

Egal wofür man sich entscheidet, alles passiert nur über den Onlineshop von Lynk &  Co. Dadurch können nämlich die Vertriebskosten um circa 10 Prozent gesenkt werden, was dem Käufer zugute kommen soll – denn der Vertrieb macht etwa ein Viertel aller Kosten eines Autos aus. Anschauen kann man sich die Modelle nur in einer der vier Flagship Stores in Amsterdam, Barcelona, Berlin, Brüssel und London oder einer die vielen Popup-Stores.

Preislich werden sich die Modelle unter 30.000 Euro bewegen. In China ist der 01 für zwischen 20.000 und 25.000 Euro erhältlich. Auf dem europäischen Markt sollen die Autos zwar etwas teurer werden, aber für die gebotene Ausstattung ist das dennoch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Was den Preis eines Abos angeht, hat man sich bei Lynk & Co noch nicht festgelegt. Das Abo-Geschäftsmodell gibt es nicht in China, sodass uns auch keine Referenzwerte vorliegen. 

Jedoch hat Alain Visser in einem Interview preisgegeben, dass der Preis für ein Abo auf jeden Fall über 250 Euro pro Monat liegen wird, sonst rentiert sich das Geschäft nicht. Es werden aber auf jeden Fall weniger als 500 Euro sein. Das ist nämlich die Summe, die urbane Personen im Schnitt für Uber, Taxi und öffentliche Verkehrsmittel pro Monat ausgeben. Mit einem höheren Preis wäre Lynk & Co nicht konkurrenzfähig.

In Österreich – und insbesondere in Wien – lohnt sich das Abonnieren eines Lynk & Cos daher nicht zwangsläufig. Das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut und günstig. Ob es daher ein Abo vom finanziellen Standpunkt aus wert ist, ist fragwürdig. Woanders kann es durchaus monetäre Vorzüge haben.

LYNK & CO UND ANDERE MARKEN AUS CHINA – TAUGEN DIE WAS?

In Europa ist wohl kaum einer mit dem chinesischen Automarkt vertraut. Kein Wunder: Autos aus China schaffen es selten bis gar nicht hierher. Zudem verbindet man mit Produkten aus China oft Billigware und schlechte Qualität. Das ist auch nicht notwendigerweise falsch – zum Beispiel erhält man in China Elektroautos schon ab 4.500 Euro, diese sind dann aber auch entsprechend günstig gebaut.

© SAIC-GM-Wuling

Doch der chinesische Automarkt ist groß – der größte der Welt, um genau zu sein. Und dementsprechend gibt es auch viele Variationen und Qualitätsunterschiede von Autos. Billige und schlecht verarbeitete Modelle gibt es also zwar, aber auch welche, die durch innovative Ansätze und Hi-Tech brillieren – eben so, wie es Lynk & Co tut.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass China seine Autoindustrie im Moment extrem fördert, vor allem was Elektromobilität angeht. Die Batterie- und Elektrotechnologie in China ist der Europäischen nämlich weit voraus, nicht zuletzt weil beispielsweise deutsche Premiumhersteller erst jetzt ihre ersten Elektroautos, wie den Audi e-tron oder den Mercedes EQC, vorstellen.

Dadurch ist China das Land für Elektromobilität geworden. Und mit zukünftigen Hi-Tech Elektromarken mit geringen Preisen wie BYTON, ist das auch kaum verwunderlich.

Darüber hinaus arbeiten vor allem junge chinesische Marken hart daran, etablierte europäische Autoexperten nach China zu holen. Und das hat bisher bei BYTON als auch der ehemals legendären Qualitätsautomarke Automarke Borgward funktioniert.

Auch Lynk & Co-Chef Alain Visser ist kein Fremder in der Autoindustrie. Er arbeitete schon zuvor bei Ford und Opel und später, unüberraschenderweise, für Volvo, bevor er der Kopf von Lynk & Co wurde.

Chinesische Autos sind also gar nicht mal so uninteressant, besonders für Leute, die nach leistbaren Luxus streben. So wäre es auch denkbar, dass sich chinesische Automarken in den nächsten Jahren tatsächlich in Europa etablieren. Fix ist allerdings natürlich nichts. Aber die moderne Technologie zu erschwinglichen Preisen ist auf jeden Fall verlockend.

Taugen also Autos aus China wie die Lynk & Co Modelle was? Es wäre zumindest sehr schön – hoffentlich nicht zu schön um wahr zu sein.

Hier sind interessante Elektrostudien zu sehen, die man schon bald auf den Straßen bewundern kann

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